50 Jahre Restaurant Split




50 Jahre Restaurant Split

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»Reisen in andere Zeiten gibt es nur in Science-Fiction-Filmen? Weit gefehlt. Beim Besuch des Restaurant Split erinnerte viel an frühere Zeiten, als man zum Jugo ging.«(Michael Kranz, 2011 in BZ)

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Willkommen im Restaurant Split, einem der traditionsreichsten kroatischen Restaurants in Berlin.

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Deutschland in den Sechziger Jahren: Der Ruf nach Fremdarbeitern ist groß. Mate Pogacic und Slavko Covic, zwei junge Männer aus Tijarica, einem kleinen Dorf im Hinterland der Küstenstadt Split, verschlägt es ins damalige West-Berlin. Beide sind Anfang 20 und arbeiten als Kellner.

Bis dahin gibt es in Berlin den Kolo-Grill am Kudamm, den Sisko-Grill in der Wilmersdorfer Straße und das Balkan-Pik an der Sonnenallee. “Da geht noch mehr“, denken sich die jungen Männer. Schnell avanciert der „Split-Grill“ zum In-Treff ihrer kroatischen Landsleute. Doch auch die deutsche Laufkundschaft verliebt sich in die noch relativ unbekannte Küche. Das Konzept ist bis heute dasselbe: Kellner, weiße Tischdecken, Cevapcici, guter Service, gute Preise und Slivo aufs Haus.

Typische Gerichte entstehen in dieser Zeit unter Mitwirkung der Gäste: Die Potpourri-Platte, Pola-Pola, der Räuberteller, Julishka… alles Dinge, die man in Kroatien vergeblich sucht. In den Anfangsjahren befindet sich der „Split-Grill“ vor allem freitags in regelrechtem Ausnahmezustand, da die sogenannten Gastarbeiter ihren Wochenlohn erhalten. Damals befindet sich der Tresen noch links vom Eingang und es existiert eine Treppe ins erste Obergeschoss.

Schon 1967 trennen sich die beiden Junggastronomen und Slavko Covic gründet weitere Restaurants in West-Berlin. Mate Pogacic und Slavko Covic rechnen nicht im Entferntesten damit, mit Ihrer Idee ein Wegbereiter für viele Landsleute, vorzugsweise aus dem Ort Tijarica aus dem kroatischen Küstenhinterland, zu werden. Zu Ehren dieser Entwicklung in Berlin heißt seit Beginn der Neunziger Jahre die Hauptstraße in Tijarica Berliner Straße. Das Ur-„Split“ erweist sich als das langlebigste Restaurant. Auch die für Gastronomen komplizierten Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer und die Karawane gen Osten übersteht das „Split“ ohne Blessuren.

2011 übergibt Gründer Mate Pogacic das Restaurant an einen seiner Angestellten. Landsmann Zeljko Zarko führt die Geschäfte mit Stammpersonal in typischer Qualität fort. Eine kleine Änderung ist lediglich der Wechsel zur kroatischen Traditions-Bierbrauerei Karlovacko. Nach behutsamer Erneuerung befindet sich das Interieur fast noch im Originalzustand von 1984, die Lampen sind „voll Achtziger“.

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Auch wenn Sie dem „Split“ lange keinen Besuch abgestattet haben, werden Sie überrascht sein, dass man Sie vielleicht noch erkennt. Probieren Sie es aus!

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